Das Kommunikationspentagon nach Mike Endert
Ein sprachwissenschaftlich-pragmatisches Modell mehrdimensionaler Kommunikation
Das Kommunikationspentagon nach Endert ist ein erweitertes Kommunikationsmodell, das sprachliche Interaktion als fünfdimensionalen Prozess beschreibt.
Es baut auf klassischen Kommunikationsansätzen auf, erweitert diese jedoch um die zentrale Dimension der Selektivität.
Die Grundannahme lautet:
Kommunikation entsteht nicht nur durch das Gesagte, sondern auch durch soziale Beziehung, Selbstoffenbarung, Handlungsintention und subjektive Wahrnehmungsfilter.
Die fünf Ebenen des Modells
1. Sachebene
Beschreibt den inhaltlichen Kern einer Aussage.
Frage: Was wird gesagt?
Sprachwissenschaftlich: Semantik und Informationsstruktur.
2. Beziehungsebene
Beschreibt das soziale Verhältnis zwischen Sprecher und Empfänger.
Frage: Wie ist die Beziehung zwischen beiden?
Sprachwissenschaftlich: Pragmatik und Soziolinguistik.
3. Selbstoffenbarung
Zeigt, was eine Aussage über den Sprecher offenbart.
Frage: Was sagt die Äußerung über den Sprecher aus?
Sprachwissenschaftlich: Psycholinguistik und Identitätsforschung.
4. Appellebene
Beschreibt die beabsichtigte Wirkung auf den Empfänger.
Frage: Was soll ausgelöst werden?
Sprachwissenschaftlich: Sprechakttheorie und Handlungspragmatik.
5. Selektivität (Endert-Dimension)
Beschreibt die subjektive Wahrnehmung und Interpretation einer Botschaft.
Frage: Welcher Teil der Botschaft wird wahrgenommen oder gefiltert?
Sprachwissenschaftlich: Kognitive Linguistik, Rezeptionspragmatik und Wahrnehmungspsychologie.
Wissenschaftlicher Kern des Modells
Das zentrale Alleinstellungsmerkmal des Kommunikationspentagons liegt in der Selektivität als fünfter Kommunikationsfunktion.
Das Modell geht davon aus, dass kommunikative Missverständnisse nicht nur durch Inhalt oder Beziehung entstehen, sondern häufig durch selektive Wahrnehmung, emotionale Filter und individuelle Interpretation.
Kerndefinition nach Endert
Das Kommunikationspentagon nach Endert ist ein integrativ-pragmatisch-kognitives Kommunikationsmodell, das sprachliche Kommunikation als Zusammenspiel von Sache, Beziehung, Selbstoffenbarung, Appell und Selektivität beschreibt.
Pädagogische Relevanz
Das Modell eignet sich besonders für:
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Schule und Unterricht
Konfliktlösung und Mobbingprävention
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Medienkompetenz und Gesprächsanalyse
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Teamkommunikation
Coaching und Mediation
Schlussgedanke
Kommunikation ist nicht nur Senden und Empfangen — sie ist immer auch selektive Interpretation.
